Adresse
Fußach, A
Bauherr
Maria Rohner
Fußach, A
Wider die Schwerkraft
Ein Hauch von Sichtbeton. Licht, Luft, Wasser, Wind, Wetter. Und
das Ufer des Bodensees: der Rand eines geschützten Naturraumes.
Ehemaliges Werftgelände, heute vor allem als Privathafen genutzt, für
mietbare Liegeplätze von Booten.
Der Bedarf: eine sinnvolle Gestaltung des Geländes – samt Zufahrt
und Parkplätzen für die Bootseigentümer –, ein Minimum an Serviceeinrichtungen – hauptsächlich eine ebenerdige Entsorgungsanlage
für die Toiletten der Boote und zusätzliche Toiletten für die Mieter –,
schließlich ein Raum für die Verwaltung.
Hintergrundbilder für den Entwurf: die Impression eines Vogels, der
auf dünnem Bein im Wasser steht und Beute sucht, bestrebt, nicht
nass zu werden. Und: Segelboote auf dem See, von denen man aus
der Distanz den Bootskörper kaum wahrnimmt, nur das Segel. Dieses
Haus steht auch auf dünnem Bein. Und es steht auf einem Gelände,
das bei Hochwasser überflutet sein kann. Aber nass werden will es
nicht. Daher spielt sich (fast) alles oben ab, im auskragenden (acht
Meter!) Obergeschoss. In einer Betonröhre. Sie ist nach hinten (da ist
ein Wartebereich für Kunden vorgeschoben) und nach vorne zum See
verglast. Und sie spottet – wie das Segel im Wind – der Schwerkraft.
Es ist ein »Ding« in Stahlbeton. Rohbauqualität gewissermaßen. Insofern
sehr kostengünstig. Aber wie ein Lebewesen hat es seinen inneren
Organismus: eine eingeschobene Holzkiste, die atmet und beinahe
Wohnkomfort bietet.
Die Bauherrin überblickt jedenfalls ihr Terrain: Durch schmale, liegende
Sichtschlitze an den Seiten sieht sie, wer kommt, durch die Verglasung
Richtung See, was sich dort tut.
Planung
be Lochau
Projektleitung
Willem Bruijn
Rainer Huchler
Mitarbeiter
Marika Marte
Grundstücksfläche
16.100 m²
Gebäudegrundfläche
87 m²
Nutzfläche
51 m²
Umbauter Raum
352 m³
Planungsbeginn
1999
Baubeginn
2000
Fertigstellung
2000
Energieaufwand
305 kWh/m²a
