Schwebendes Zentrum für die Uni-Stadt - „La Maison du Savoir“, Universität Luxemburg | Belval, Esch-sur-Alzette

Paris, Oktober 2016 – Es ist ein Zeichen für die Zukunft und eine Reminiszenz an die Historie des Standortes: Das „Maison du Savoir“ wurde von Baumschlager Eberle Architekten als Zentrum des neuen Campus der Universität Luxemburg gedacht und in Kooperation mit Christian Bauer & Associés Architectes als weithin sichtbare Landmark realisiert. Auf dem Gelände der ehemaligen Stahlindustrie im Stadtteil Belval von Esch-sur-Alzette entstand so das Herzstück der neuen „Cité des sciences“.

Der Entwurf für das„Maison du Savoir“ geht auf einen internationalen Wettbewerb zurück, den Baumschlager Eberle Architekten in Kooperation mit Christian Bauer & Associés Architectes für sich entschieden haben. Planungsbeginn war 2007, Baubeginn 2009. „Das ‚Haus des Wissens‘ ist als organisatorisches und kommunikatives Zentrum ange- legt“, erläutert der Projektverantwortliche Elmar Hasler den Grundgedanken. Der horizontal und vertikal gestreckte Baukörper nimmt die allgemeine Infrastruktur der 2003 gegründeten Universität auf. Hörsäle, Seminarräume und Professorenzimmer sind dort ebenso vereint, wie Administration und Gastronomie. Die umgebenden Bauten der einzelnen Institute nehmen klaren Bezug auf den zentralen Ort, mit ihren Stirnseiten werden sie um das„Maison du Savoir“ und den ebenfalls geplanten Bibliotheksbau gruppiert.
 

Das Gebäude sucht den Brückenschlag zur Vergangenheit, als auf dem 27,3 Hektar großen Areal „Terrasse des Haut- Fourneaux“ Stahl produziert wurde. Mit seinen18 Etagen orientiert sich der Turmbau an den Dimensionen der ehe- maligen Stahlöfen. Für das subjektive Gefühl des Schwebens sorgen Spannbetonkonstruktionen, die ab der zweiten Etage auskragen. Städtebaulich wird der „Place du Saint-Esprit“ im Norden mit den Freiräumen für die Bibliotheks- und Institutsgebäude im Süden verbunden. Das„Maison du Savoir“ stellt so einen urbanen Kontext her, ohne seine solitäre Position aufzugeben.
 

„Im Inneren haben wir ein Raumprogramm entwickelt, das vielfältige Nutzungsmöglichkeiten zulässt“, sagt Elmar Hasler. Die nutzungsneutrale Struktur lässt flexible Grundrisskonfigurationen zu. Die Lehrräume und Professorenzimmer sind so angeordnet, dass ein Netz aus Wegen, Brücken und Plätzen entsteht, die unmittelbar mit dem Außenraum korrespondieren. Sitzgruppen und Foyers schaffen Raum für Gespräche. Die vertikale Dimension des Gebäudes erschließt sich durch hohe Zisternen, die großzügig Tageslicht in jene Bereiche bringen, die nicht unmittelbar an der Fassade liegen. Im vierten Obergeschoss des horizontalen Riegels liegt der hauseigene Garten. Die beiden zweigeschossigen Auditorien schweben an den Ecken des horizontalen Balkens über dem Boden. Für die Fassade haben baumschlager eberle eine doppelschalige Konstruktion gewählt. Die innere Schicht bildet die Klimagrenze des Hauses, die äußere umhüllt als stählerne Wabe das Gebäude, wobei sich der Grad der Durchsicht und damit die Belichtung regulieren lassen.

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