Wohnanlage Schlachter
Bregenz, Österreich

Die Ziele

Auf einem 2.000 m² großen Areal nahe dem Yachthafen sollte eine hochwertige Wohnanlage entstehen, die der sensiblen Lage am Ufer des Bodensees und der Stadtnähe Rechnung trägt – so das Anliegen der Erbengemeinschaft Schlachter. Hier hatte das Elternhaus der Geschwister gestanden, in dem großen Garten am See hatten sie als Kinder gespielt. Diese Familiengeschichte wurde leitend für das architektonische Konzept: Die Bebauung sollte die Erinnerung bewahren, indem sie die Atmosphäre eines Gartens schuf. 
 

Die Umsetzung

Um eine ökonomisch vernünftige Ausnützung des Grundstücks zu erreichen und gleichzeitig eine Gartenatmosphäre zu schaffen, wurden zwei Baukörper mit jeweils 200 m² Grundfläche so auf dem Areal positioniert, dass ausreichende Flächen für die Pflanzung großer Bäume blieben. Zudem ermöglichte die Umsetzung in zwei Baukörpern ein rundum laufendes Grün mit Wegen, Büschen und Bäumen.
 

Erinnerung und Neuschöpfung: Der Garten

Rund 1.500 m² konnten für den Garten genutzt werden. So zeigt das Grundstück nicht nur eine intensive Vegetation, vielmehr werden Erinnerungen auch durch die Pflanzung von Baumarten aufgefrischt, die den einstigen Garten prägten: darunter Ahorn, Stieleiche, Blutbuche und Linde – eher klassische Parkbäume als derzeitige Modepflanzen.
 

Prof. Dietmar Eberle

Die Erinnerung an den früheren Garten der Familie aufzufrischen, das ist eigentlich eine sehr romantische Geschichte, die mit der Kindheit der Erbengemeinschaft zu tun hat.

Prof. Dietmar Eberle

Die Merkmale

Um die Seenähe des Areals bestmöglich zu nutzen, ist jede Wohnung zum Wasser hin orientiert. Zur Durchlässigkeit in Richtung See tragen neben der Platzierung der Baukörper auch deren runden Ecken bei. Je nach ihrer Lage zum See haben die einzelnen Wohnungen entsprechend große private Außenräume, die in den Baukörper integriert sind. Das leicht reflektierende Aluminiummaterial der Leibungen bewirkt eine warme Tönung des Tageslichts in den Wohnungen.
 

Klassisches Beispiel für ein „Open Building" 

Auf allen Etagen ist eine sehr differenzierte, ja unendlich freie Grundrissgestaltung möglich. Voraussetzung dafür: Es gibt nur einen tragenden Kern und die Außenmauer, während sich alle anderen Wände und Teilungen je nach individuellen Anforderungen realisieren lassen. Maßgeblich für die Gestaltungsfreiheit im Inneren ist auch die Standardisierung der Fassade mit ihrer einfachen Struktur aus Stützen und Fenstern. So trägt das Prinzip des Open Building zur Langlebigkeit der Gebäude bei. Im architektonischen wie im familiären Sinn.  
 

Erleben
Präsentationsmodus
Merken & Speichern
DEFAULT!